Monatsarchiv: Juli 2013

The mystery of JWOC

Die Junioren-WM (JWOC) liegt nun über 2 Wochen zurück und ich komme langsam wieder aus dem „JWOC-Loch“, also der Zeit nach der JWOC in der man die vielen Erlebnisse und Emotionen verarbeitet und einfach nur noch zurück will, heraus. Mit etwas Pause, sowohl physisch als auch mental, Abwechslung und Abstand zum Trainingsalltag, kann ich nun auf diese Woche zurückblicken. Wie ist es gelaufen? Wieso ist es so gelaufen? Was habe ich daraus gelernt?

Die erste Frage muss ich leider ganz ehrlich mit „schlecht“ beantworten. Mein Potential und meine Erwartungen lagen deutlich höher. Um genau zu verstehen was bei den einzelnen Wettkämpfen abgelaufen ist gehe ich sie mal in einer kurzen Zusammenfassung durch.

Langdistanz

Die Disziplin auf die ich mich im Vorfeld am meisten gefreut habe und in der ich die besten Chancen auf eine Top10 oder Diplomplatzierung sah, wurde für mich zum Albtraum. Ich war nicht sehr aufgeregt, da ich mich physisch wirklich gut vorbereitet fühlte und ich wusste, dass es technisch nicht zu anspruchsvoll werden kann. Ich startete das Rennen nahezu perfekt. Die erste und auch größte Routenwahl des Rennens machte ich richtig und verlor nur 6 Sekunden auf Bestzeit. Doch dann bereits nach ca. 25% des Rennens brach ich völlig weg. Der Rumäne den ich bereits zum 2. Posten überholte lief mich plötzlich nach der Hälfte des Rennens wieder auf. Ich kam keinen Berg mehr hoch. Die Beine wollten einfach nicht mehr und fingen an zu krampfen. Im Ziel stand ich vor einem Rätsel. Wie konnte ich so einbrechen?

Vermutlich habe ich die gut 700 Hm einfach unterschätzt. Ich bin dieses Jahr bereits viele Lang und Ultralangdistanzen gelaufen und hatte nie so große Probleme wie bei der JWOC. Die lange Nacht bei der Tiomila zum Beispiel war doppelt so lang wie die JWOC Langdistanz und ich hatte dort auch keinen Einbruch. Doch war es dort wie bei den meisten anderen Wettkämpfen die ich im Vorfeld lief total Flach.

Mitttel Quali (2)Mittel Quali

Hier sollte alles besser werden. Doch ich hatte etwas Angst bzw. War ziemlich aufgeregt. Was wenn meine Form doch schlecht ist oder was wenn ich mich mit einem großen Fehler in der Quali aus dem Finale schieße… Als es endlich losging war ich voll bei der Sache. Ich verlor zu keiner Sekunde den Fokus und machte lediglich kleine Schlenker im Postenraum. Platz 6 wurde es am Ende und der Beweis, dass ich mit dem Gelände klar komme und meine Form nicht zu schlecht sein kann. Große Erleichterung!

Mittel Finale

Selbstsicher ging ich mal wieder an den Start. Ich wollte los und zeigen, dass ich deutlich besser als Top 50 laufen kann. Ich startete gut und sicher ins Rennen. Obwohl ich schnell bemerkte, dass das Finale technisch anspruchsvoller war, als das was wir in den Trainings in Tschechien geübt haben, fühlte ich mich sicher und fand direkt meinen Flow. Doch dann brachte mich eine Unaufmerksamkeit aus dem Rennen. Schräg bergab im Steinhang den Fokus zu verlieren bedeutete für mich das Aus.
Mittel Finale (6)Ein Ast schlug mir ins Auge und ich verlor meine Kontaktlinse. Beim Versuch mich wieder auf den Lauf zu fokussieren, verlor ich meinem Attackpoint und lief blind in den Steinhang. Somit waren schnell 1-2 Minuten weg, doch das größte Problem kam noch. Und zwar hatte ich keine Chance mich wieder einzulesen und musste schlussendlich nochmal komplett aus dem Hang raus. Knappe 6 Minuten gingen verloren und im Ziel lief ich mit knappen knappen 7 Minuten Rückstand ein.
Nach dem Fehler lief ich zusammen mit Adam (CZE) und einem Litauer. Doch für mich war das Rennen gelaufen. Kurzzeitig überlegte ich sogar aufzuhören. Doch mein Ego ließ mich das Rennen zu ende laufen. Allerdings war es ein grauenvolles Gefühl ein Rennen zu laufen, welches bereits am 6 Posten für mich vorbei war.

Sprint (1)Sprint

ums kurz zu machen, es wurde beim Sprint nciht besser. Gleich zum 2er eine Unterführung übersehen und 35 Sekunden verloren, dann auf der Schlussrunde nochmal 30 Sekunden verloren, da ich auf einer falschen Mauerseite stand. Über eine Minute Fehler. Was für eine Pleite.

Die JWOC war gelaufen und ich war vollkommen unzufrieden und zeigte einfach nur eine schlechte Leistung.

Staffel

Staffel (4)

Startstrecke. Einfach nur Wut im Bauch. Ich habe mich im Vorfeld überhaupt nicht mit der JWOC Karte der Staffel befasst. Und auch am Tag/ Abend vor der JWOC befasste ich mich nicht mit dem Staffelgelände. Das Einzige was ich mit in das Rennen nahm, war Codes checken da einige Damenstaffeln disq gemacht haben und Außenrumrouten zu wählen, da die Dickichte dicht sind. Ich hatte jede Menge Wut und das Verlangen alleine vor allen wegzulaufen. Mit Startnummer 22 ging es in der zweiten Startreihe für mich los. Hieß also von Anfang an Attacke, damit ich gleich nach Vorne aufschließen kann. Es lief einfach nur perfekt. Ich überholte einen nach dem anderen und war bereits am 2er mit in der Führungstram. Zum 3er holte uns das Hauptfeld aufgrund eines Fehlers wieder auf doch dann zum 4er machte ich mein eigenes Ding, was schließlich mit der Führung am 5er belohnt wurde. Ein paar Posten lief ich nun ein Rennen vorneweg bis plötzlich Schweden, Norwegen und Russland von hinten auf mich aufliefen. Also ging es in einer 4er Führungstram weiter Richtung Sichtstrecke. Doch ich hatte keine Lust in der Tram mitzulaufen. Ich fühlte mich physisch eher stärker als die anderen und beschloss selber das Tempo zu bestimmen und ging nach vorne. Zum vorletzten Posten war ich evtl. Etwas zu offensiv und überlief den Posten. 35 Sekunden gingen verloren und Norwegen zog vorbei. Russland hatten wir bereits vorher abgehangen und Schweden machte den Fehler mit mir. Also ging es an 2. Stelle zum Wechsel. Was für ein Rennen!Technisch fast optimal und physisch lief es einfach von Start bis Ziel richtig gut. Ich war immer am pushen und hatte einfach Spaß daran den anderen im Wald zu zeigen was ich technisch und physisch kann. Ein kleines Trostpflaster also auf eine miserable JWOC.
Staffel (3)

Bankett

Ok. Ein weiteres Trostpflaster und auch ein Teil der JWOC der einen in dieses „JOWC-Loch“ wirft, ist natürlich das Bankett. Viel sagen muss ich da nicht. Jeder der mal dabei war weiß was ich meine und die die nicht dabei waren werden es sich wohl nie vorstellen können egal was ich hier schreibe.

Nach der JWOC

Danach ging es für mich nach hause, nach Nieste/ Kassel. Ein paar Tage abschalten und dann das Junioren social camp vom Halden SK fertig vorbereiten und sich drauf freuen. Mit den Haldener Juniren erlebte ich dann auch eine wunderbare Woche in meiner Heimatstadt. Artikel folgt..

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