Junioren-WM Rückblick

bei wundervollem Wetter mit Skiern durchs Fjell

Bei wundervollem Wetter mit Skiern durchs Fjell. Genau das richtige nach so einer Wettkampfwoche.

Die letzte Woche verbrachte ich zusammen mit Familie Gran in deren Hütte im Fjell (ca. 150km nordwestlich von Oslo). Dort hatte ich Zeit mich ein paar Tage von der JWSOC zu erholen. Leider zog ich mir dann noch eine Erkältung zu weswegen ich in der Woche nach der JWSOC kaum etwas machen konnte. Auf der Hütte gibt es kein Internet, deswegen kommt mein Artikel zur JWSOC erst jetzt.
Die JWSOC (Junior World Ski Orienteering Championchips) fand dieses Jahr in und um Madona, Lettland statt. Pünktlich zu meinem Geburtstag am 11.Februar ging es dann also früh morgens mit dem Flieger von Oslo Rygge nach Riga. Dort traf ich auf das norwegische Nationalteam mit dem ich dann zusammen in 3 Mietbussen weiter Richtung Ostlettland bis nach Madona gefahren bin. Untergebracht war ich für die ganze Woche im Hotel Madona, welches sehr zentral im Stadtzentrum gelegen ist und einem sehr gutem Mitteleuropäischem Standard entsprach. Neben mir war außerdem das Schweizer, Schwedische und Italienische Nationalteam im gleichen Hotel untergebracht. Nachdem ich dann am Dienstag noch ein letztes Training beim model event machte,zur opening ceremony ging, und die Skier präpariert hatte, ging es am Mittwoch endlich mit der Mitteldistanz los. Hier der Vorschauartikel aus der HNA!

UnbenanntMitteldistanz

Eine technisch sehr anspruchsvolle Bahn verlangte den Läufern viel ab. Aufgrund einiger Kommunikationsprobleme am Nachmittag vor der Mitteldistanz bekam ich einen Startplatz in der ersten Startgruppe. Das bedeutete, dass ich bereits an 5. Stelle ins Rennen ging. Doch bereits nach wenigen Kilometern hatte ich fast alle vor mir gestarteten überholt und somit war es im letzten drittel des Rennens oft meine Aufgabe die „Abschneider“ zu ziehen. Aber ich kann nicht nur darauf meinen großen Zeitverlust in der zweiten Hälfte schieben. Denn während ich nach der ersten Hälfte noch auf TOP 15 Kurs lag habe ich vor allem nach dem Sichtposten durch viele kleinere Unsicherheiten immer wieder Zeit einbüßen müssen was mich auf einen 20. Platz zurückwarf. Alles in allem also kein optimaler Wettkampf aber das Mindestziel einer TOP 20 Platzierung war schon mal abgehakt.
OL.de zur Mitteldistanz
HSK.no über die Mitteldistanz

232658-40dbe-64425028-m750x740-u299efLangdistanz

Direkt einen Tag später ging es im Massenstart auf die Langdistanz. Insgesamt gab es zwei Kartenwechsel und 5 „Sammelposten“. Soll heißen man ist 3 Runden gelaufen und hatte 5 Posten, die sich in jeder Runde wiederfanden, was dazu führte, dass es extrem viele Möglichkeiten gab die Strecke zu gabeln. Und diese Möglichkeiten wurden voll ausgenutzt. Kaum mehr als 3 oder 4 Posten ist eine Tram zusammen geblieben und schon wurde die Strecke wieder in bis zu drei verschiedene Richtungen gegabelt. Neben dem hochkomplexem Gabelungssystem war es aber vor allem der 1:15000er Maßstab der es nahezu unmöglich machte die vielen kleinen Scooterspuren vor dem Zielbereich bei voller Fahrt zu lesen. Von allen vier Wettkämpfen war dieser der anspruchsvollste und genau darauf war ich nicht vorbereitet. Ich war auf eine Langdistanz eingestellt, bei der es heißt sich an der Führungstram festzubeißen die richtigen Gabelungen zu erwischen und durchgängig sich mit einem hohem Tempo durchzukämpfen.
LangdistanzDie Wirklichkeit sah so aus, dass ich die führenden Trams bereits am 7. Posten aufgrund einer riesen Dummheit laufen lassen musste. Dennoch lag ich immer noch in einer relativ guten Position auf eine TOP 15 Platzierung. Allerdings häuften sich die Fehler weiter auf und eine Unsicherheit folgte der anderen. Lediglich die letzte Runde lief nochmal einigermaßen sicher und ich konnte wieder auf einen 23. Rang vor laufen. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen aber naja immerhin noch 2. nach Christoph Meier (Schweiz) in der Rest der Welt Wertung (alle Nationen außer Skandinavien und Russland)
OL.de Langdistanz
HSK.no Langdistanz

IMG_6896Sprint

Nach einem Ruhetag ging es weiter mit der Sprintdistanz. Zu meiner letztem JWSOC Rennen in meinem Leben wollte ich dann nochmal ein wirklich zufriedenstellendes Rennen abliefern. Beim Sprint sind die Abstände im Ziel so gering, dass man nur durch einen absolut fehlerfreien Lauf vorne mitlaufen kann. Der kleinste Fehler haut einen sofort mehrere Platzierungen zurück und ist nicht mehr gutzumachen. Also galt es nun für gute 15min voll fokussiert zu sein und sich keine Sekunde ablenken zu lassen. Dies gelang mir durchweg. Zeitverlust hatte ich lediglich durch Rangeleien bei Überholmanövern eines eingelaufenen Österreichers und Bulgaren.
IMG_6898Obwohl diese Rangeleien zweimal mit einem Sturz endeten und ich den Österreicher gleich zweimal auf einer schmalen Scooterspur im Postenkreis überholen musste hielt sich der Zeitverlust noch in Grenzen. Im Ziel reichte es für einen 16. Platz. Schade. Knapp an der TOP 15 vorbei aber ich kann mir nichts vorwerfen. Viel besser hätte ich es beim Sprint einfach nicht machen können. Der Rückstand auf Platz 10 beträgt etwas mehr als 30 Sekunden, auf ein Diplom (TOP 6) war es eine Minute und für eine Medaille 1,5 Minuten. Gewonnen hat der Schwede Ulrik Nordberg mit einem sensationellen Vorsprung von 35 Sekunden auf den Norweger Dag Lofthus und 39 Sekunden auf den Finnen Lauri Nenonen. Mit 17 Sekunden Vorsprung auf Christoph Meier (Platz 20) war nun endlich auch der angestrebte „Restderweltsieg“ meiner 😉
OL.de Sprint
HSK.no Sprint

Aus deutscher Sicht, war dieser 16. Platz das beste Ergebnis überhaupt bei einer Ski-O JWOC. Gleich gefolgt von dem 18. Platz von Rieke Bruns im Sprint 2010 in Rumänien und Sebastian Bergmann mit Rang 23 über die Mitteldistanz 2005 in der Schweiz.

Wollen wir nur hoffen, dass es in der Zukunft vielleicht doch nochmal ein deutscher Junior schaffen wird die TOP 15 bei so einer Junioren-WM zu knacken!

P10409892Staffel

Als kleine Zugabe gab es für mich am Abend den erfreulichen Anruf, dass ich bei der ESOC also der Europameisterschaft der Elite in einer Mixedstaffel zusammen mit einem Schweden und Italiener gebraucht werde. Ich ging also nach dem Schweden Johan Granath an zweiter Stelle ins Rennen. Das Staffelrennen machte noch einmal super viel Spaß. Komplett ohne Druck (unsere Staffel lief natürlich außer Konkurrenz) konnte man den Wettkampf so richtig genießen. Und wie das nun mal so ist wenn der Druck und die Aufregung weg ist, fällt es einem auch viel leichter ein sichereres Rennen zu machen. Der Schwede übergab zusammen mit der Schweizer Staffel. Leider verpasste ich die optimale Route zum Einser und hatte deswegen bereits früh etwas Rückstand auf die Schweiz. Allerdings blieb Sandro Truttman (Schweiz) lange in meiner Sichtweite und erst kurz vor der Sichtstrecke verlor ich den Kontakt. Auf der Schlussrunde galt es nochmal den Fokus hoch zu halten, da es nun viele kleine Postenabstände auf dem Loipennetz der Sprintdistanz vom Vortag hatte.

Fertigstellung der Schweiz-Deutschen TOP5 Liste für die Party

Fertigstellung der Schweiz-Deutschen TOP5 Liste für die Party

Abgesehen von einer Situation klappte das ganz gut bei mir. Im Ziel wechselte ich mit knappen 2min. Rückstand auf die Schweiz auf unseren Italiener Gabriele Canella, der dann auf die Schlussrunde ging. Auch er machte ein gutes Rennen und im Ziel reichte es für einen inoffiziellen 8. Platz vor Estland Lettland und Litauen. Ein sehr schöner sportlicher Abschluss einer wunderbaren Woche.

Den wirklichen Abschluss dieser wunderbaren Woche bildete dann noch das Bankett. Dort wurde gut gegessen, getrunken aber vor allem bis spät in die Nacht gefeiert bevor es am nächsten morgen für alle Nationen wieder nach Hause ging.

letztes Fazit: Insgesamt bin ich doch recht zufrieden mit meinem Gesamtergebnis (20./23./16., eine super Staffel und ein klasse Bankett). Nun steht kommendes Wochenende noch der Vasalauf (90 km Skimarathon) auf dem Programm und dann ist es vorbei mit der Wintersaison und die Vorbereitungen auf die JWOC im Sommer in Tschechien werden wieder voll aufgenommen. Ich freu mich 🙂
Hier gibt es jetzt noch ein paar lesenswerte Zeitungsartikel aus dem In- und Ausland über die JWSOC: Abschlusszeitungsartikel aus der HNA und aus dem Haldener Arbeiderbladd sogar in deutsch übersetzter Version !!!  (vielen Dank an Markus für die tolle übersetzte Version!) 😉

alle weiteren Ergebnisse, Bilder, Karten, GPS Tracks etc. findet ihr hier auf der Heimatseite der JWOC

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Kategorien: Wettkämpfe | Schlagwörter: , , , , , , , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Junioren-WM Rückblick

  1. Hei, klingt so dass es scheint dir bei uns gefallen zu haben…
    und sorry nochmal fur Mitteldistanz…

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