Von London nach Tschechien und über Berlin zum Blodslitet

In den letzten paar Wochen ist viel passiert. Ich war in London, Tschechien, Dresden, Berlin und bin beim Blodslitet, einer norwegische Ultralangdistanz in Fredrikstad. Aber fangen wir mal ganz von vorne an.

1.Stop → London

Basti und ich besuchen Lucca in London

Da meine Schwester Lucca momentan durch ihr Studium für ein Semester in London unterwegs ist und an diesem Wochenende das London City Race stattgefunden hat, dachte ich mir, dies wäre eine gute Gelegenheit meine Schwester mal besuchen zu gehen, dabei etwas von London zu sehen und gleichzeitig an einem super Wettkampf mit einem starken internationalen Starterfeld teilzunehmen.

Zieleinlauf der Southern Championchips

Also buchte ich mir einen Flug nach London um dort das Wochenende zu verbringen. Den gleichen Gedanken hatte übrigens auch Sebasian Bergmann und somit verbrachten wir zu dritt drei schöne Tage. Der Wettkampf war super.

Eine Langdistanz durch die Londoner Innenstadt auf Maßstad 1:5000 und Sprintnorm. Leider konnte ich an einer stelle das Kartenbild sehr schlecht lesen und habe mich etwas in den Ebenen vertan (ich stand plötzlich unterirdisch in einem Parkhaus und brauchte eine Weile um wieder raus zu finden.) Am Ende reichte es noch für einen 12. Platz von knapp 100 Startern in der Herren Hauptklasse.

Nach ein wenig Sightseeing, einem Kinobesuch und einem netten Besuch in einer Bar, ging es am nächsten Morgen nochmal zu den Southern Championchips. Der extrem offene Wald ermöglichte ein sehr hohes Lauftempo welches ich auch durchweg halten konnte und somit die Junioren Klasse gewann.
Nachdem ich ein sehr schönes Wochenende in London erleben durfte, ging es am Montag für mich wieder zurück nach Halden.

Die letzten Meter des Oslo Brateste

2.Stop → Tschechien

Doch in Halden blieb ich nicht sehr lange. Bereits am folgendem Wochenende ging es für mich, zusammen mit dem norwegischen Juniorenkader, ins Trainingslager. Am Samstag vor Abflug bin ich noch beim Oslo Brateste, ein 2,7km Berglauf mit 407 Höhenmetern, gestartet dementsprechend müde stieg ich am nächsten morgen ins Flugzeug nach München. (Danke an Micha und Familie für die perfekte und sehr nette Übernachtungsmöglichkeit)

Von dort aus machte sich der ganze norwegische Juniorenkader plus ein Neuseeländer und ich sich auf den Weg nach Hradec Králové, Tschechien, um sich auf die Junioren Weltmeisterschaften 2013 vorzubereiten. 32 Junioren und 4 Trainer konnten nun eine Woche Trainieren und jede Menge Spaß zusammen haben.

Langdistanztraining in Tschechien

Das Trainingslager war einfach nur klasse. Ich fühlte mich wohl unter den sehr freundlichen norwegischen Junioren und hatte viel Spaß mich mit ihnen bei den Trainingseinheiten zu messen. Erfreulicherweise liefen auch die Trainings fast ausnahmslos sehr gut bei mir. Technisch fühlte ich mich im Tschechien Gelände sehr sicher und auch Physisch fühlte ich mich in einer einigermaßen guten Form, sodass ich den Norwegern durchaus Parole bieten konnte.
Abends wurden die Trainings wie man es auch aus deutschland kennt ordentlich ausgewertet und als Soacial Event gab es natürlich auch das ein oder andere Gemeinschaftsspiel sowie einen Kinobesuch („The Watch“). Vielen Dank also an alle Junioren wie auch an die 4 Trainer die einen super Job gemacht haben. Allen vorran natürlich Torben Wendler der als Haupttrainer fungierte aber natürlich auch an Emma, Kari und Asgeier.

Leider ging diese Wunderbare Woche viel zu schnell zu Ende.

3.Stop → Berlin

Für mich ging es nach dem Trainingslager direkt zu den deutschen Meisterschaften über die Langdistanz in Berlin. Bzw. in einem Ort etwas südlich von Berlin. Obwohl ich vorher einen Tag bei Florian Flechsig in Papstdorf (bei Dresden) übernachtet habe um mich dort etwas auszuruhen, fühlte ich mich dennoch sehr müde. Für den Sieg in der Junioren Klasse hat es aber glücklicherweise noch gereicht. Auch wenn mein Lauf nicht gerade einer meiner besten war, war ich doch glücklich zum Ende der Saison nochmal einen Titel zu holen und Christoph hinter mir zu lassen 😉 Nach der Siegerehrung waren Floh und ich dann für die Abendunterhalten zuständig. Obwohl, aufgrund einer technischen defekte, sehr viel improvisiert musste, haben viele bis in die Nacht hinein mit uns gefeiert.

Massenstart beim Deutschland Cup

Am nächsten morgen war allerdings früh aufstehen angesagt denn für mich ging es noch ein letztes mal in den Wald. Die Startstrecke des Deutschland Cup’s stand auf dem Programm. Ich konnte an zweiter Position wechseln womit ich recht zufrieden war. Am Ende wurde der OSC-Kassel 16. Einen Tag später reiste ich mit dem Flieger von Berlin wieder ab nach Halden.

4.Stop → Blodslitet

Der Blodslitet ist eine norwegische Ultralangdistanz welche jedes Jahr in der nähe von Fredrikstad stattfindet, der zweit größte Wettkampf Norwegens und gleichzeitig für viele der Abschluss der Orientierungslauf Saison ist.

Nachdem die erste Hälfte meiner Saison 2012 aufgrund von einigen Verletzungen und Disqualifikation sehr miserabel lief, wollte ich nach den Sommerferien nochmal ein paar gute Ergebnisse erzielen um zu zeigen was ich kann. Bis zum Blodslitet gelang mir das auch zum Großteil und hier wollte ich den Abschluss meiner Saison nochmal krönen.

Mit knapp 50 Junioren und vielen Nationalläufern aus Norwegen, Schweden und Dänemark startete ich um 10 Uhr auf die 17,4 km lange Strecke (Luftlinie). Dabei wurden erst zwei gegabelte Runden gelaufen und dann eine lange dritte ungegabelte.

Massenstart beim Blodslitet

Ich schaffte die ersten zwei Runden ohne größere Fehler zu absolvieren was dazu führte, dass ich beim zweiten Kartenwechsel nur zwei Minuten Rückstand auf die Führungstram hatte. Ich fühlte mich aber noch in einer erstaunlich guten Verfassung obwohl schon über die hälfet gelaufen war. Also reißte ich mich zusammen und erhöhte das Tempo in unserer 3-Mann Tram.

Kartenwechsel Nummer 2

Mit 2 Minuten Rückstand auf die Führungstram ging es zusammen mit Emil Ahlbeck auf die 3. und letzte Runde

Somit schafften wir es tatsächlich die Führungstram in Sichtweite zu bekommen. Für mich war klar jetzt oder nie also steckte ich die Karte für einen Moment weg und setzte alles darauf auf die Tram aufzulaufen. Nach 4 Posten und einigen Bestzeiten war mir dies gelungen. Auch meine zwei Mitstreiter konnten mithalten, verloren allerdings die Tram auch gleich wieder. Als ich erkannte, dass unter diesen 12 Läufern nun ausnahmslos Juniorenweltmeister, Nationalläufer oder andere Spitzenathleten wie Eskil Kinneberg, Fredrik Edén , Emil Svensk, Anders Vister oder Håkon Jarvis Westergård vertreten waren, wurde mir klar, dass ich gerade um die Podiumsplätze mitlaufe und es gerade mal noch 3km bis ins ziel waren. Nach und nach wurden einzelne aus der Tram müde und sie schrumpfte von 12 auf 8 Läufer. Als es zum Sichtposten ging gab es eine erneute Tempoverschärfung und ich bekam Probleme mitzuhalten. Doch auch andere aus der Tram wurden müde und die Führenden liefen technisch nicht 100% sauber und somit kam es, dass wir alle 8 innerhalb von etwas über 20 Sekunden den Vorletzten Posten stempelten und uns zusammen auf den letzten Kilometer machten. Das Podium wurde auf dem Weg zum letzten Posten entschieden und leider konnte ich aufgrund von völliger Ermüdung und Krämpfen dort nicht mehr mitreden. Ich versuchte mich hinter Anders Vister ins Ziel zu schleppen, machte aber keine Anstalten ihn irgendwo zu überholen, da mich im Zieleinlauf vollkommen die Kräfte verließen.

Völlig erschöpft in den Zieleinlauf

Mit diesem 8. Platz und der 1:14 Minute Rückstand auf den Sieger Eric Börjeskog aus Schweden bin ich absolut zufrieden und glücklich. Auch bei der Siegerehrung hätte ich zum Beispiel mit dem Junioren Weltmeister Eskil Kinneberg zusammen vorne stehen dürfen. Leider war ich gerade mit meinem Mittagessen beschäftigt und habe die Siegerehrung verpasst.. :-/

Eine tolle Erfahrung und eine Menge Trainingsmotivation für mein letztes Juniorenjahr gab es dennoch.

Ergebnisse und Splits sowie die Karte von Runde 1&2 und Runde 3

Blodslitet by night!

Am Abend wurde dann noch ausgiebig bei der Blodslitet party gefeiert. Immer eine schöne Gelegenheit die norwegischen spitzen Läufer und Läuferinnen etwas besser kennen zu lernen 😉

Nun ist erstmal etwas Pause angesagt. Abgesehen vom Smålandskavlen, ein bekanntes und großes Staffelrennen in Schweden nächste Woche, ist für mich die Saison vorerst vorbei. Doch bald schon fängt die Wintersaison an und deswegen war ich soeben mein erstes mal für dieses Jahr über zwei Stunden zusammen mit Olav Lundanes, Ida Marie Bjørgul und Sigrid Ottestad Hansen, auf meinen Skirollern unterwegs. Ich freue mich bereits auf das weitere Training, den Winter und hoffe auf viel Schnee hier in Halden und eine tolle Skisaison.

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Kategorien: Leben in Halden, Training, Urlaub und Ausflüge, Wettkämpfe | Schlagwörter: , | 8 Kommentare

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8 Gedanken zu „Von London nach Tschechien und über Berlin zum Blodslitet

  1. Anonymous

    schöner Artikel 🙂

  2. Anonymous

    alle achtung, bojan!
    toller saisonabschluss!
    schöner bericht, hat spass gemacht zu lesen.

    herzlichen glückwunsch und viele grüße von den escherödern.

  3. Oma und Opa

    Hallo Bojan!

    Auch Oma und Opa gratulieren dir zu deinem tollen Saisonausklang!

    Herzlichen Dank für den großartigen Bericht!

  4. Helmut Conrad

    Hallo Bojan,

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem erfolgreichen Saisonabschluß. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, auch im kommenden Winter.
    Helmut

  5. Frauke

    „Auch bei er Siegerehrung durfte ich zum Beispiel mit dem Junioren Weltmeister Eskil Kinneberg zusammen vorne stehen..“. Von wegen. Da stand kein Bojan vorne. Verpennt hast du sie, die Siegerehrung! – Aber sonst ist alles wahr was Bojan geschrieben hat. 😉

  6. So. Nach einigen Verbesserungen wurde nun der Artikel aktualisiert und auf Richtigkeit überprüft…

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